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Reisen & Freizeit

Erfahrungen aus der Praxis mit Kraft- und Ausdauertraining

Ich bin 26 Jahre als und arbeite bei der Post als Paketträger. Meine Hobbies sind Reisen, Fotografieren und Sport. ich könnte mir mein Alltagsleben ohne Sport nicht mehr vorstellen. Sport gibt mir psychisch genau wie physisch ein absolutes Wohlbefinden. Neben Mountain Bike und Waldlauf fasziniert mich seit Jahren das Krafttraining. 

Krafttraining ist die einzige Sportart, in der man im wahren Sinn den ganzen Körper trainieren kann, das bedeutet Kraftzuwachs, Muskelaufbau und Kondition. 
Unerwünschte Fettpölsterchen verbrennen von selbst und alles läuft ohne Belastung der Gelenke. Natürlich muss man es richtig angehen. 

Vor 10 Jahren erlitt ich eine schwere Ileospoas-Blutung mit mehreren Nachblutungen, in deren Folge nicht nur mein Bein schwer behindert, sondern mein ganzer Körper geschwächt war; ich wog kaum noch 50 kg. Es wäre für mich unvorstellbar gewesen, ans Joggen zu denken oder irgendeinen Sport mit Gelenkbelastung auszuüben. Doch es drängte mich der intensive Wunsch, wieder an Gewicht zu gewinnen und gleichzeitig auch körperlich kräftiger zu werden. So entschied ich mich, in ein Fitnesscenter zu gehen. Dort beriet mich ein Trainer in allen Belangen und half ein Trainingsprogramm zusammenzustellen, nicht ohne auch auf die möglichen Gefahren hinzuweisen. 

Vom ersten Tag an arbeitete ich nach dem Motto "mässig, aber regelmässig". 2-3 mal pro Woche ging ich zum Training. Zu Beginn erfolgt immer ein Aufwärmen (z.B. Veloergometer), dann übe ich die verschiedenen Körperteile gezielt. Die Übung jeder Muskelgruppe erfolgt 1 mal mit 8-12 Wiederholungen. Zum Abschluss erfolgt ein Auslaufen und danach die Muskeldehnübungen. Der Zeitaufwand für ein Training beträgt ca. 45 Minuten. Man arbeitet zu Beginn fast ohne Gewicht, denn es ist entscheidend, dass sich der Körper langsam an die Bewegungen und Belastungen gewöhnt. Allmählich kann gesteigert werden. Nach ca. 1 Jahr hatte ich sichtbar rund 6kg an Muskulatur zugenommen. 

Nun wagte ich mich ein wenig ans Joggen und ergänzte später das Krafttraining 2x wöchentlich mit 1-2 mal Lauftraining im Wald. In der Zwischenzeit begann ich auch mit Velofahren, doch leider nur von kurzer Dauer, denn mein Fahrzeug wurde mir gestohlen. 

Als ich nach 5-6 Jahren realisierte, dass keine Steigerung im Krafttraining mehr möglich war, befasste ich mich mit den Theorien zu Krafttraining und Ernährung. Nach neuen Erkenntnissen änderte ich meinen Trainingsplan von ganzheitlich zu einem "3 Split", d.h. ich übte 3x pro Woche jeweils nur 1-2 Muskelpartien (z.B. Bein + Bauch, oder Arm + Rücken), jede Übung in 3-5 Sätzen mit je-weils leicht steigenden Gewichten, aber weniger Wieder-holungen. In dieser Art wird die Muskulatur mehr gefordert. Dabei gilt es ganz klare Regeln einzuhalten: Die Bewegungen sollen langsam und regelmässig, nie ruckartig erfolgen, die Atmung muss ruhig sein, es dürfen keine Schmerzen auftreten im Rücken oder in den Ge-lenken. Wenn man alle genannten Grundsätze beachtet, besteht kaum eine Gefahr der Verletzung. Nach meiner Erfahrung sollte ein Training nie so intensiv sein, dass man am nächsten Tag Muskelkater verspürt. Kommt es doch selten einmal vor, dass ich Schwierigkeiten habe mit dem Kniegelenk, stufe ich meine Übungen zurück, wähle nur ein geringes Gewicht und konzentriere mich in der Leistung voll auf die Muskulatur rund ums Knie. Und so bringe ich mein Training immer in kurzer Zeit wieder unter Kontrolle. 

Vor 2 Jahren begann ich mit Mountainbike-Fahren. Ich nahm 1 mal pro Woche das Training auf und ging dazu noch 2 mal ins Krafttraining. Mountain Bike ist faszinierend, doch es besteht eine erhebliche Sturzgefahr, wenn man mutwillig über Stock und Stein jagt. Ich kann jene nur als Idioten bezeichnen, die wie die Wilden den Berg hinab rasen. Auch ich fahre meistens auf Naturstrassen oder Waldwegen, aber immer mit der nötigen Vorsicht. In all den Jahren erlitt ich nur einmal einen Sturz, der mich zwang, Gerinnungsfaktor zu substitutieren - und dies allein, weil ich kopflos über einen Trottoirrand hinaus-fuhr. Im ganzen ist meine Bilanz sehr positiv. 

Sport bedeutet mir sehr viel. Es macht mir Spass und bereichert mich sehr. So habe ich persönlich an Sicherheit gewonnen und kann den Alltagsstress abbauen. Mit dem Sport habe ich auch die Bedeutung einer gesunden und vielseitigen Ernährung erkannt. Meine Trainingstips mögen alle zur Aktivität ermuntern und helfen erfolgreich sich zu bewegen. 

von Reto Christoffel, Zürich


Letzte Änderung: 28.01.2009
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