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Hämophilie-Lager

Hämophilielager 2004 in Schweden

Vom 22. bis 30. Juli 2004 fand unser Lager für Kinder und Jugendliche mit Hämophilie in »Kväggen« in Mittelschweden statt. 

Es wurde besucht von 24 Hämophilen (plus »1 1/2« weitere als temporäre Gäste) mit Gerinnungsstörungen verschiedener Schweregrade. Das eigene Leiterteam bestand aus 7 Personen und wurde durch einige der älteren Jugendlichen mit Hämophilie und unseren Gastgeber unterstützt. Viele Gründe haben dazu beigetragen, dass wir das Lager mit Erfolg abschliessen konnten. Vor allem sind wir von nennenswerten Zwischenfällen verschont geblieben. Bei der langen Reise mit Flugzeug und Autos (Elch-Unfälle!), der sehr grossen Zahl an Teilnehmern in ganz verschiedenem Alter und der ungewohnten Umgebung ist das alles andere als selbstverständlich! Dazu kamen natürlich noch viele weitere Faktoren:

Ove und Sara Wensing haben uns in ihrem »Paradies Kväggen« Gastrecht gewährt und das Haus und die Umgebung dafür in aufwändiger Arbeit zurecht gemacht: Im Neben- und Haupthaus wurden etliche Räume und die erforderlichen sanitären Anlagen rechtzeitig renoviert. Oves Arbeitsraum, das Wohn- und Esszimmer sowie die Eingangshalle wurden uns zur freien Verfügung gestellt. Genügend Matratzen, Kanus, Ping-Pong-Tische, ein Zelt usw. waren bei unserer Ankunft bereit. Die Hunde wurden in einen Zwinger ausquartiert, usw. Für die Gastgeber war es wohl oft recht mühsam, den erheblichen Geräusch- und Aktivitätspegel unserer Gruppe auszuhalten. Trotzdem waren beide immer freundlich und hilfsbereit. Besonders Ove hat es sich nicht nehmen lassen, am einen oder anderen Programm persönlich oder zumindest im Hindergrund mitzuwirken. Unser Gast-geschenk – ein Album mit persönlichen Beiträgen von (fast) allen Teilnehmern – kann hier nur ein bescheidenes Zeichen der Dankbarkeit unsererseits sein!


Paradies Kväggen

Paradies Kväggen


Camilla Wensing hat sich als wahres Organisations- und Kochtalent erwiesen (was ich eigentlich auch erwartet habe!): Sie hat die wechselnden Küchengruppen zusammen mit den jeweiligen Gruppenleitern souverän kommandiert, die Einkaufslisten aufgestellt, die Einkäufe getätigt und nicht zuletzt in der Küche des Hauses für die grosse Zahl von Leuten viele schmackhafte Mahlzeiten hergerichtet. Sie wurde dabei von Sandra, Dörte und ihrer Mutter Sara tatkräftig unterstützt, während Ove jeweils bei Bedarf seine Grills einheizte und darauf Unmengen von Fleisch brutzelte. Auch Camilla möchte ich hier noch einmal unseren herzlichen Dank aussprechen und hoffe, dass sie noch in mehr Lagern mit dabei sein wird!

Die Firma Baxter hat dieses Jahr das Sponsoring übernommen und uns bei der Vorbereitung und Durchführung des Lagers tatkräftig unterstützt, wofür wir uns alle herzlich bedanken!

Marco, Christian und Dörte von der sportmedizinischen Abteilung der Uni Jena haben erneut viel zum Gelingen des Lagers beigetragen: Jeden Morgen haben sie ein Gymnastikprogramm angeboten. Jeder Teilnehmer wurde eingehend physiotherapeutisch untersucht. Schliesslich konnte man sich individuell sportmedizinisch beraten lassen, wobei natürlich die Frage »Was kann ich tun, um das Blutungsrisiko bei einer gegebenen Sportart zu vermindern?« im Vorder-grund stand. Auch ihnen möchte ich nochmals ganz herzlich danken und ihnen alles Gute für ihr wissenschaftliches Projekt wünschen, und hoffe, dass es letztlich noch vielen weiteren Personen mit Hämophilie von Nutzen sein wird!

Zum Erfolg des Lagers haben schliesslich auch die Lagerteil-nehmer beigetragen. Einige der Älteren unter ihnen haben aktiv an der Vorbereitung und Pro-grammgestaltung des Lagers mitgemacht, wobei hier an erster Stelle Marco Meier zu nennen ist. Alle haben in den Küchengruppen mehr oder weniger intensiv mitgearbeitet und schliesslich haben (fast) alle mit Interesse und Begeisterung an den gebotenen Programmen teilgenommen. Viele haben rege der Möglichkeit gebrauch gemacht, ihre Injektionstechnik zu verbessern und die Kennt-nisse über die Hämophilie zu vertiefen. Dieses Jahr wurden hingegen keine formellen Hämo-philieprüfungen abgehalten, da fast keine neuen Teilnehmer mit von der Partie waren und die übrigen Lagerbesucher die ihrem Alter entsprechenden Prüfungen bereits früher abgelegt haben.


Sport


Schliesslich hatten wir auch das Wetter voll auf unserer Seite: Jeden Tag konnten wir draussen etwas unternehmen, die meiste Zeit war es sogar ausgesprochen sonnig und angenehm warm. Das bescherte uns nicht zuletzt auch das Vergnügen, die intensiven Farben des Nordens und vor allem die fantastische Stimmung bei Sonnenuntergang zu erleben.

Dr. Rainer Kobelt


Letzte Änderung: 18.02.2004
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